Viele, bunt gemischte Fragen, persönlich beantwortet vom Klarinettenbaumeister. Wie lautet Ihre Frage? Was möchten Sie über GEROLD-KLARINETTEN erfahren?

Schicken Sie uns Ihre Frage! office@gerold-klarinetten.at

WORIN LIEGEN DIE UNTERSCHIEDE ZWISCHEN MODESTO DE LUXE UND AMADEUS DE LUXE?

Beide Modelle basieren im Grunde auf der selben Bauweise. Das heißt:

Mensur, Tonlochpositionen, Bauweise der Mechanik und Korpusabmessungen sind identisch.
Die Amadeus Serie verfügt noch über zusätzliche Mechanismen und Features wie z.B. eine extra starke Versilberung, Korpusringe aus Grenadillholz, Easy Slide, One side distance control, Chalumeau Verbesserung, Daumenplatte, Flexi Rest usw.
Eine genaue Auflistung aller technischen Details finden Sie auf den jeweiligen Unterseiten unserer Homepage.

Bei der Auswahl des Klangholzes wird  bei der Amadeus Serie vermehrt darauf Wert gelegt, dass das Ober- und Unterstück in ihren klanglichen Eigenschaften möglichst identisch sind.
Diese ganz bewusste Auswahl „harmonischer“ Klanghölzer ergibt natürlich ein, in seinen letzten Feinheiten, sehr ausgewogenes Musikinstrument. Eine ganz persönliche und individuelle  Auswahl der Klanghölzer bieten wir unseren Amadeus de luxe Kunden mit der Option „Ihr persönliches Klangholz“ an.

Professionelle Musikinstrumente, wie unsere Amadeus de luxe, müssen einem/einer Musiker/-in die Möglichkeit bzw. Freiheit geben, den Klang je nach Musikstil, Einsatzbereich sowie akustischen Gegebenheiten modulieren bzw. formen zu können.
Ermöglicht wird diese Flexibilität bzw. Formbarkeit im Klangbild einer Amadeus de luxe durch ihre konkav bzw. konvex geformten  Innenbohrungen bzw. Tonlöcher.
Diese „Rundungen“ geben dem Luftstrom und damit dem Klangbild die gewünschte Geschmeidigkeit, Formbarkeit bzw. Flexibilität. Diese Bauweise erfordern jedoch ein ganz bewusstes Musizieren auf sehr hohem Niveau.

Im Gegensatz zur Amadeus Serie gibt die Modesto Serie mit ihren geradlinigeren Bohrungen dem/der  Musiker/-in mehr „Richtung“ in Klang und Intonation vor.
 

SIND DIE KLARINETTENBIRNEN DER B- BZW. A-KLARINETTE IDENTISCH?

Ja! Sie können die Birne der B-Klarinette auch für die A-Klarinette oder umgekehrt verwenden. Dies ermöglicht auch ein schnelles und „risikofreies“ Wechseln gemeinsam mit (warm gespielter) Birne und Mundstück. Es sollten nach Möglichkeit Birnen der gleichen Modellserie (Modesto oder Amadeus) verwendet werden.

WAS BEDEUTET EINE VERSILBERUNG DER MECHANIK MIT 20µ BZW. 40µ?

Die 20µ bzw. 40µ (1µ = 0,001mm) beziehen sich auf die Silberschichtstärke der Klarinettenmechanik. (Galvanischer Prozess siehe de.wikipedia.org/wiki/Galvanik )

Die Mechanik der Modesto Serie wird mit einer Schichtstärke von ca. 20µ; die Mechanik der Amadeus Serie mit einer Schichtstärke von ca. 40µ versilbert.

Der Grund für die doppelt so starke Versilberung bei der Amadeus Serie liegt in ihrer für gewöhnlich wesentlich längeren täglichen Spielzeit im Vergleich zur Modesto Serie.

Bei guter Pflege und normalem Gebrauch hat die Versilberung beider Modellreihen eine mindestens 10 jährige Haltbarkeit.

Die sehr starke Versilberung von 40µ bei der Amadeus Serie (Standardversilberungen haben für gewöhnlich eine Stärke von 5-10µ) verleiht der Mechanik noch zusätzliche, sehr angenehme, runde und weiche haptische Eigenschaften.

Diese extra starke Versilberung von 40µ ist bei der Modesto Serie als Option verfügbar.

WARUM HABEN GEROLD-KLARINETTEN ERHÖHTE TONLOCH-ZWIRREL AUS GRENADILLHOLZ?

Im Grunde geht es darum, dem Luftstrom der Innenbohrung bzw. der Tonlöcher ein möglichst ungehindertes und verwirbelungsarmes Austreten zu ermöglichen.

Bei herkömmlichen, in den Klarinettenkorpus eingefrästen Zwirreln (Zwirrel = Polsterauflagefläche), muss sich bei geöffneter Klappe die aus der Innenbohrung ausströmende Luft zwischen Polster und Korpuskante hindurch zwängen. (siehe unten Skizze 1 und 2)

Eine solche „Blockade“ verursacht naturgemäß Luftverwirbelungen, welche sich negativ auf die Reinheit sowie Brillanz (Obertöne) des Klarinettenklanges auswirken.

Ein weiterer Vorteil erhöhter Tonloch-Zwirrel sind die konstruktionsbedingt etwas längeren Tonlöcher, welche es vereinfachen, den Klang sowie die Intonation der Klarinette durch ganz spezifische Formgebungen zu beeinflussen.

Als Tonloch-Zwirrel werden bei GEROLD-KLARINETTEN präzise gedrehte Einsätze aus Grenadillholz verwendet. Im Vergleich zu herkömmlichen, in den Klarinettenkorpus gefrästen, Tonloch-Zwirreln, wird bei GEROLD-KLARINETTEN dem Klangkörper nicht Substanz genommen, sondern Substanz gegeben.

Der einzige Nachteil dieser Tonlochkonstruktion ist der etwas höhere Material- und Arbeitszeitaufwand.

WARUM IST DAS „EINSPIELEN“ EINER KLARINETTE SO WICHTIG?

Während des ca. 3-6 Monate dauernden Einspielens, übernimmt eine neue Klarinette das individuelle, ganz persönliche Klangbild des/der Musikers/-in.

Sehr vereinfacht lässt sich der Prozess des Einspielen folgendermaßen beschreiben:

Holz hat die Eigenschaft, einen kleinen Prozentsatz an Wasser ständig in seinem Inneren zu speichern. Abhängig von der Luftfeuchtigkeit der Umgebung, liegt dieser, beim für Klarinetten verwendetem Grenadillholz, für gewöhnlich zwischen 4 % und 8 %.

Wird ein Klangholz regelmäßig in Schwingung versetzt, beginnen sich unter anderem diese im Holz gespeicherten Wassermoleküle von ihrer ursprünglichen Position zu lösen. Das heißt, dass bei regelmäßigem Klarinettenspielen sich vorwiegend diese Wassermoleküle langsam in eine „schwingungsgünstigere“ Position verschieben. Diese molekularen Positionsänderungen ermöglichen es den Schallwellen, leichter bzw. ungehinderter durch das Klangholz zu dringen. Anders ausgedrückt; es lässt sich dadurch das Klangholz leichter in Schwingung versetzen.

Diese molekulare Verschiebung findet allerdings nicht gleichmäßig verteilt über den ganzen Klarinettenkorpus statt. Je nachdem wo Schallwellen eine Amplitude oder einen Knotenpunkt bilden, ist diese molekulare Verschiebung stärker bzw. schwächer. Das heißt also, dass sich die molekularen Strukturen im Klangholz an die ganz persönlichen Schwingungen eines/einer Klarinettisten/-in anpassen und diese „neuen“ Positionen dann auch vorübergehend beibehalten.

Wird eine Klarinette über eine längere Zeitspanne nicht gespielt, also nicht in Schwingung versetzt, nehmen diese Wassermoleküle wieder ihre ursprüngliche Ausgangsposition ein, was ein erneutes Einspielen der Klarinette erforderlich macht.

WIE SPIELE ICH MEINE GEROLD-KLARINETTE BESTMÖGLICH EIN?

Der Einspielprozess sollte vor allem in den ersten Tagen sehr vorsichtig und behutsam durchgeführt werden. Die Klarinette darf nicht länger als eine halbe Stunde ununterbrochen gespielt werden. Es ist auch ratsam, nach 10 bis 15 Minuten den Speichel in der Innenbohrung mit einem Durchziehwischer sorgfältig zu entfernen. Während kurzer Spielpausen die Klarinette immer an einem Klarinettenständer abstellen.  So kann der Speichel ungehindert abfließen. Grundsätzlich geht es darum, das Grenadillholz der Klarinette so behutsam wie möglich an die Feuchtigkeit bzw. Wärme, welche beim Klarinettenspiel entsteht, zu gewöhnen.

Insbesondere neue Klarinetten dürfen keinen starken Temperaturschwankungen ausgesetzt werden und nach Möglichkeit nicht in kalten Räumen gespielt werden. (Siehe auch „Wie kann ich die Entstehung von Rissen im Klarinettenkorpus vermeiden?“) 

Nach ca. einer Woche kann die Spieldauer auf ca. 1 Stunde ausgedehnt werden. In der dritten Woche darf die Klarinette über den Tag verteilt dann auch 1-3 Stunden gespielt werden. Wichtig ist es wiederum, die Klarinette nach Gebrauch sorgfältig von sämtlichem Speichel zu reinigen und der Klarinette durch längere Pausen genügend Zeit zum „Erholen“ (Trocknen) zu geben. (In diesen Pausen die Klarinette nicht im geschlossenen Etui lagern!)

Das Klangholz einer Klarinette muss sich langsam an die Schwingungen beim Spielen gewöhnen. Sehr empfehlenswert ist es, in chromatischer Folge lange Töne vom Pianissimo bis zum Forte und zurück zu spielen. Mit Hilfe dieser ergänzenden Übung übernimmt das Grenadillholz der Klarinette wesentlich schneller Ihren persönlichen Klang und zudem lernen auch Sie die klangliche Charakteristik Ihres neuen Instrumentes sehr viel bewusster kennen.

Für gewöhnlich spüren Sie schon nach ein- bis zweiwöchigem, regelmäßigem Einspielen, dass sich die Klarinette immer weicher und geschmeidiger in Schwingung versetzen lässt. 

Um sich an die Anfangs gelegentlich ungewohnten Tonloch- bzw. Klappenpositionen möglichst schnell zu gewöhnen, sollten Grifftechnikübungen (Etüden usw.) ganz bewusst im halben Tempo geübt werden. Konzentriert man sich dabei gezielt auf die Fingerspitzen, fühlt also ganz bewusst wo und wie die Finger die Klappen bzw. Tonlöcher berühren, lässt sich die oft über viele Jahre antrainierte und vorwiegend unbewusst ablaufende Motorik der Finger wesentlich schneller umgewöhnen.

 

 

WARUM WERDEN FÜR GEROLD-KLARINETTEN "KEINE" ROSTFREIEN NADEL- BZW. FLACHFEDERN VERWENDET?

Um Federstahl rostfrei zu machen, muss einer Stahllegierung unter anderem Chrom und Nickel zugefügt werden. Auf Grund der Beimengung dieser Metalle verringert sich die Spannkraft, also die  „Spritzigkeit“ des Federstahls. 

Fehlt diese Spritzigkeit, fühlt sich die Klarinettenmechanik schwammig und undefiniert an. Sie gibt dem/der Klarinettisten/-in also nicht das gewünschte, klare „Feedback“, welches für eine präzise und schnelle Grifftechnik essentiell ist.

Eine Flach- bzw. Nadelfeder verliert mit den Jahren naturgemäß ihre Elastizität bzw. Spannkraft. Deshalb sollten die Flach- bzw. Nadelfedern einer Klarinette spätestens nach 3-5 Jahren im Zuge einer Generalüberholung ausgetauscht werden.

Hochwertigen Flach- bzw. Nadelfedern wird mit Hilfe einer speziellen Wärmebehandlung (Anlassen oder Brünieren; erkennbar durch eine bläuliche Verfärbung) ein leichter Korrosions- bzw. Rostschutz verliehen. Bei normalem Gebrauch und sachgemäßer Pflege einer Klarinette, ist dieser Schutz für gewöhnlich vollkommen ausreichend.

WAS SOLLTE ICH BEI DER LAGERUNG MEINER GEROLD-KLARINETTE BEACHTEN?

Eine Klarinette sollte immer in gereinigtem, trockenem sowie zerlegtem Zustand bei möglichst gleichbleibender Temperatur (18-25 Grad) und einer Luftfeuchtigkeit zwischen 30-70% gelagert werden.

Insbesondere eine zu trockene Raumluft (unter 30%) versetzt das Holz einer Klarinette in eine absolute Stresssituation. Ein zu sehr ausgetrocknetes Holz wird spröde, verliert also an Elastizität, wodurch die Gefahr von Rissen wesentlich vergrößert wird. Vorwiegend in kalten Wintermonaten ist es deshalb sehr empfehlenswert, die Luftfeuchtigkeit mit Hilfe eines Hygrometers unter Beobachtung zu halten.

Nach einer längeren Benützung sollte einer Klarinette die Möglichkeit gegeben werden, langsam und bei ausreichender Luftzufuhr, die in das Holzinnere gedrungene Feuchtigkeit wieder abgeben zu können. Am einfachsten lassen Sie dafür die Klarinette für 1-2 Stunden im leicht geöffnetem Etui liegen.

Vermeiden Sie es auch neue, aus Kautschuk gefertigte Mundstücke, im geschlossenen Etui zu lagern. Neue Mundstücke aus Kautschuk haben eine leicht schwefelhaltige Ausdünstung. Kommt Silber mit Schwefel in Verbindung, verfärbt es sich dunkel. Schwefel kommt auch in geringen Mengen (meistens in Verbindung mit Lebensmitteln) im Handschweiß und Speichel vor. Deshalb ist es auch so wichtig, die versilberte Mechanik einer Klarinette, nach jedem Gebrauch gründlich, am besten mit Hilfe eines Mikrofasertuches, zu reinigen. Einen zusätzlichen Schutz gegen das Anlaufen der Versilberung bieten z.B. die Silberschutzsteifen der Firma 3M. Einfach im Etui gelagert, entziehen sie der Luft über mehrer Monate genau diese schwefelhaltigen Substanzen.

Um ein schnelles Austrocknen der Zapfenkorke sowie ungewollte Korkfettspuren im Etui zu vermeiden, empfehlen wir Ihnen die Verwendung unserer neuen Zapfenschutzhülsen.

Hygrometer, 3M Silberschutzstreifen und Zapfenschutzhülsen finden Sie in unserem Onlineshop http://www.gerold-klarinetten.at/konfiguratorshop.html

WIE KANN ICH DIE ENTSTEHUNG VON RISSEN IM KLARINETTENKORPUS VERMEIDEN?

Selbst bei optimalem, langjährig abgelagertem und sorgfältig ausgesuchtem Grenadillholz gibt es leider keinen hundertprozentigen Schutz vor Rissen.

Risse entstehen vorwiegend in der Herbst- oder Winterzeit und bilden sich fast ausschließlich im oberen Bereich einer Klarinette, also in der Nähe der Überblasklappe oder der obersten Trillerklappe. Warum?

Je näher am Mundstück, umso wärmer ist natürlich die Atemluft, welche durch die Innenbohrung einer Klarinette strömt. In Verbindung mit Feuchtigkeit (Speichel) verursacht diese Wärme eine Ausdehnung des Holzes im Inneren der Klarinette. Die Außenseite des Klarinettenkorpus muss diese Dehnung gezwungenermaßen mitmachen. Für gewöhnlich können die Holzzellen auf Grund ihrer Flexibilität diese Wärmedehnung ausgleichen.

Bei Kälte und Trockenheit geht diese Flexibilität jedoch verloren. Das heißt: wird eine Klarinette bei kalter Raumtemperatur gespielt, ist die Gefahr von Rissen sehr groß. Wird eine Klarinette dann noch zusätzlich bei sehr geringer Luftfeuchtigkeit (unter 30%)  gelagert, sind Risse mehr oder weniger vorprogrammiert.

Falls es unerlässlich ist, in einer kalten Umgebung (z.B. Kirchen) zu spielen, sollte vor dem Spielen die Außenseite der Klarinette (im Bereich unterhalb der Birne) mit der Handinnenseite angewärmt werden. Auch die Innenbohrung sollte so oft wie möglich mit einem Durchziehwischer getrocknet werden.

Im Grunde geht es also darum, Kälte und Trockenheit zu vermeiden. Auch schnelle Temperaturänderungen müssen nach Möglichkeit vermieden werden. Also niemals mit einer ausgekühlten, nicht temperierten Klarinette spielen!

Vermutlich auf Grund größerer Schwankungen in der Temperatur sowie der Luftfeuchtigkeit sind Seen- und Küstengebiete ein zusätzlicher Stressfaktor für das Klangholz einer Klarinette.

Einen weiteren, großen Einfluss auf die Bildung von Rissen hat der Speichel. Ist der Säuregehalt im Speichel erhöht (oftmals auch parallel bzw. zeitgleich auftretend mit aggressivem Handschweiß), dringt er tiefer in das Holz der Innenbohrung ein und verursacht dadurch ein vermehrtes Aufquellen bzw. Ausdehnen des Grenadillholzes. Die Holzzellen an der Außenwand des Klarinettenkorpus können diese Dehnung dann oftmals nicht mehr ausgleichen und brechen auf; bilden also einen Riss. Ein erhöhter Säuregehalt im Speichel tretet oftmals während der Pubertät, längeren Stresssituationen oder auch auf Grund falscher Ernährung auf.

Vorbeugend sollte die Innenbohrung der Klarinette (insbesondere am Oberstück) mit einem organischen (pflanzlichen) Öl regelmäßig gepflegt werden. (Mehr Info dazu unter „Wie kann ich die Innenbohrung meiner GEROLD-KLARINETTE ölen?“)

Die gute Nachricht: Risse lassen sich sehr gut reparieren. Mit Hilfe eines speziellen Klebstoffes wird der Riss versiegelt und ist kaum mehr sichtbar. Die meisten Risse sind auch nur oberflächlich und haben deshalb keinen Einfluss auf den Klang oder die Intonation einer Klarinette.

Ein hochwertiges pflanzliches Pflegeöl finden Sie in unserem Onlineshop http://www.gerold-klarinetten.at/konfiguratorshop.html

WIE KANN ICH DIE INNENBOHRUNG MEINER GEROLD-KLARINETTE ÖLEN?

GEROLD-KLARINETTEN Pflegeöl ist eine Mischung aus hochwertigen, pflanzlichen Ölen, welche sich sehr gut für die Pflege von Grenadillholz eignen. Sie können dieses Pflegeöl mit Hilfe der mitgelieferten Wattestäbchen oder mit einem (alten) Durchziehwischer in sehr dünnen Schichten auftragen. Sehr gut eignet sich auch ein Flötenwischstab, mit welchem ein fusselfreier, leicht mit Öl bestrichener Baumwoll-Lappen durch die Innenbohrung gezogen wird. Zuviel aufgebrachtes Öl muss umgehend entfernt werden. Es darf auch kein Öl in die Tonlöcher gelangen oder mit den Klarinettenpolstern in Kontakt geraten. (Ölhaltige Durchziehwischer und Baumwoll-Lappen sind leicht entzündlich und müssen dementsprechend entsorgt werden!)

Pflanzliche Öle benötigen mehrer Stunden um auszuhärten. Am einfachsten lassen Sie die Klarinette nach dem Ölen bei ausreichender Luftzufuhr und Raumtemperatur 1-2 Stunden im geöffneten Etui liegen. Anschließend die Innenbohrung mit einem sauberen, fusselfreien Durchziehwischer mehrmals reinigen und nochmals für 3-4 Stunden nachtrocknen lassen.

Die Innenbohrung einer Klarinette sollte geölt werden, sobald das Grenadillholz eine leicht gräuliche, helle Verfärbung aufweist.

Gelegentlich können Sie auch auf die Außenseite Ihrer GEROLD-KLARINETTE einen dünnen Ölfilm auftragen. Nach ca. einer halben Stunde wird das verbliebene Pflegeöl mit einem weichen, fusselfreien Baumwolltuch trockenpoliert. Insbesondere an viel berührten Stellen können Sie damit auch unschöne Handschweiß-Rückstände, welche vom Öl angelöst werden, gründlich entfernen. 

GEROLD-KLARINETTEN Pflegeöl finden Sie in unserem Onlineshop http://www.gerold-klarinetten.at/konfiguratorshop.html

WELCHE MUNDSTÜCKE PASSEN ZU MEINER GEROLD-KLARINETTE?

Im Grunde können Sie Mundstücke fast aller renommierten Hersteller verwenden. Zu beachten ist, dass das Mundstück die weite österreichische Innenbohrung mit einem Durchmesser von 15,4 mm, gemessen an der unteren Kante der Innenbohrung, hat (Weitere Bemaßungen siehe Abbildung unten).

Insbesondere die Firmen www.playnick.at und www.maxton.at haben sich mit Ihren Mundstücken auf die österreichische „Spielart“  bzw. „Ansatztechnik“ spezialisiert. Mit diesen Firmen stehen wir auch im direkten Informationsaustausch. Sie bieten Mundstücke und Bahnen, welche hervorragend zu GEROLD-KLARINETTEN passen.

Unterschiede gibt es bei den Rohlingen, welche von den Mundstückherstellern verwendet werden. Die seit Jahrzehnten verwendeten Kautschuk-Rohlinge (meist von der Firma www.hans-zinner.de in Deutschland hergestellt) haben sich als eine Art „Norm“ bzw. „Richtwert“ etabliert. Das ist auch der Grund, warum wir diese Rohlinge bevorzugt zum Intonieren unserer Klarinetten verwenden.

Die Firma www.maxton.at bietet auch Kunststoff-Rohlinge an (erkennbar an den Gummiringen anstelle des Zapfenkorkes). Die Vorteile dieses Rohlings liegen vorwiegend in den geringeren Toleranzgrenzen und den genaueren Bearbeitungsmöglichkeiten bei der Herstellung.
Diese Kunststoff-Rohlinge sind jedoch um ca. 1.5 mm kürzer als die Kautschuk-Rohlinge der Firma www.hans-zinner.de (siehe Abbildung unten; Aufnahme und technischer Stand Oktober 2014). Dieser Längenunterschied hat natürlich Auswirkungen auf die Intonation der Klarinette. Es kann sein, dass sich die Intonation einzelner Töne oder Duodezimen verändert. Register wie z.B. das Chalumeau oder das Flageolett intonieren etwas höher bzw. ist der Intonationsunterschied zwischen piano und forte schwerer zu kontrollieren. Zum Ausgleich dieses Längenunterschiedes empfehlen wir die Verwendung einer um 1 mm längeren Birne oder das Ausziehen des Mundstückes um mindestens 1 mm.

Seit 2015 fertigt die Firma www.maxton.at speziell für GEROLD-KLARINETTEN Solisten-Mundstücke mit Zinner Kautschuk-Rohlingen an. Diese Mundstücke sind ideal auf die klanglichen und intonatorischen Eigenschaften von GEROLD-KLARINETTEN abgestimmt. Mehr Info zu GEROLD-KLARINETTEN Solisten-Mundstücke finden Sie hier: www.gerold-klarinetten.at/news-info/news/news-detail/gerold-klarinetten-solistenmundstueck-bahnen-g01-g02-g03

 

GRUNDSÄTZLICHE INFO ZUR INTONATION

GEROLD-KLARINETTE werden mit einer Grundstimmung von 443 Hertz bei 21° Celsius, 40% - 60% Luftfeuchtigkeit intoniert (Birnenlänge 60 mm). Bitte beachten Sie, dass eine Temperaturabweichung von 2° Celsius die Intonation um ca. 1 Hertz verändert!

Zum Intonieren verwenden wir GEROLD-KLARINETTEN Solistenmundstücke, welche mit Kautschuk-Rohlingen der Firma Hans Zinner / Deutschland angefertigt werden. Diese Mundstücke haben eine Gesamtlänge von 91 mm, eine Bahnöffnung von ca. 0.8 mm und eine österreichische Innenbohrung mit 15.4 mm Durchmesser (gemessen am unteren Ende des Mundstückes).

Um es Ihnen zu ermöglichen, auch mit Ihrer nicht eingespielten, also kalten GEROLD-KLARINETTE eine Grundstimmung von 443 Hertz zu erreichen, haben wir ein 'Ausziehen der Birne' um ca. 1 mm im eingespielten, also warmen Zustand intonationstechnisch berücksichtigt.

Das heißt, Sie erreichen eine Grundstimmung von 443 Hertz bereits im kalten Zustand und ziehen dann im eingespielten, also warmen Zustand die Birne um ca. 1 mm aus. In dieser Position erreicht Ihre GEROLD-KLARINETTE die in sich ausgewogenste, bestmöglichste Intonation!

Falls erforderlich, sollten individuelle Intonationskorrekturen erst nach einer mindestens dreimonatigen Einspiel- bzw. Gewöhnungszeit durchgeführt werden.

ANPASSEN BZW. OPTIMIEREN DER MUNDSTÜCK-INNENBOHRUNG FÜR MEINE GEROLD-KLARINETTE.

GEROLD-KLARINETTEN sind bekannt für Ihren weichen, modellierbaren, obertonreichen Klang. Diese  Charakteristik konnten wir durch den gezielten Einsatz von konvexen bzw. konkaven Radien an den Tonlöchern und der Innenbohrung erreichen. Um dieses Klangbild zu perfektionieren, ist es eine logische Konsequenz, auch die Innenbohrung des Mundstückes an dieses Ideal anzupassen. Mit Hilfe eines eigens dafür angefertigten Spezialwerkzeuges können wir die Innenbohrung  Ihres Mundstückes gezielt an Ihre GEROLD-KLARINETTE anpassen. Mit dieser Anpassung wird auch eine bestmögliche, ausgewogene Intonation sichergestellt. Beim Kauf einer GEROLD-KLARINETTE führen wir diese Anpassung kostenlos durch!

Kostenaufwand für die Anpassung bzw. Optimierung einer Mundstück-Innenbohrung:

18 Euro incl. 20%MwSt. zuzüglich Versandkosten

SIND KONFIGURATIONSÄNDERUNGEN AN EINER BEREITS VERBINDLICH BESTELLTEN GEROLD-KLARINETTE NOCH MÖGLICH?

Änderungen an der Konfiguration Ihrer GEROLD-KLARINETTEN können Sie bis spätestens 6 Monate vor Liefertermin problemlos durchführen lassen. Kurz vor Fertigungsbeginn Ihrer GEROLD-KLARINETTEN werden Sie von uns diesbezüglich nochmals per E-Mail kontaktiert.