Die Energie der Bäume

von Nick Kückmeier, Musiker, Design-Analytiker und Energetiker

Erläuterung

Bäume sind lebende Wesen.

Wenn wir uns einem Baum nähern, so nähern wir uns einem Lebewesen, einem Bewusstsein.
Allerdings unterscheidet sich das Bewusstsein von Pflanzen - ihre Art der Wahrnehmung, ihre Art Informationen zu speichern, ihre Erinnerung, ihre Art zu Fühlen und untereinander zu kommunizieren - ganz erheblich von der Art wie wir Menschen unsere Umwelt wahrnehmen und miteinander Informationen austauschen.

Wenn wir in einem Wald ein Reh stehen sehen oder in den Wipfeln eines Baumes ein Vogelnest entdecken, so weiß auch der Wald, dass ihn gerade ein Reh besucht und der Baum, dass Vögel in ihm nisten. Auch wir werden von jedem Baum und dem Wald als Gesamtheit wahrgenommen und er „spürt“ uns während unseres Waldspaziergangs auf Schritt und Tritt. Nur eben auf seine Art, mit den Möglichkeiten und Potentialen seiner Wahrnehmung, seiner Intelligenz und seines Bewusstseins.

Doch gleich uns Menschen ist jedem Lebewesen, jeder Kreation dieser Natur eines gemeinsam, der Wunsch und der Wille sich mit all seinen gegebenen Möglichkeiten in seinem Dasein zu entfalten, sich weiterzuentwickeln und sich als ein Teil des „Ganzen“ zu verwirklichen - als das, wofür es sich bereit erklärt hat, da zu sein.

Nun haben wir das Reich der Pflanzen bereits in den verschiedensten Formen seit Menschengedenken erforscht und beobachtet und so wissen wir, dass z.B. „für alles ein Kraut gewachsen ist“, um nur kurz die besondere Wirkung der Pflanzen als Heilkräuter zu erwähnen.

Oder dass Bäume ganz besondere Energien haben und in vielen Völkern und Kulturen bis heute verehrt werden: von der „alten Eiche“ als Kultplatz bis zur „Dorflinde“ als Stätte der Gerichtsbarkeit oder der Verlobung und des Tanzes, vom „Baum der Erkenntnis“ in der Bibel oder dem „Weltenbaum“ als Erklärung für das Universum, bis hin zur Birke als Symbol für Reinheit und Fruchtbarkeit und noch vieles mehr;
Ganze Bibliotheken könnte man füllen über das Wissen und gelebte Wissen der Menschheit betreffend der Wirkung von Bäumen und Pflanzen.

Sehr viel von diesem „alten Wissen“ ging aber auch bereits wieder verloren, wurde durch „moderne, wissenschaftliche Erkenntnisse“ verdrängt oder wird von uns Menschen in unserem Kulturkreis einfach nicht mehr gelebt.
Wir haben verlernt gewisse Dinge wahrzunehmen, dafür aber unser Wissen und unsere Fertigkeiten in anderen Gebieten spezialisiert oder vertieft. Niemand konnte sich als Beispiel bisher die Zellen einer bestimmten Pflanzenart in 200.000facher Vergrößerung anschauen und so auf diese Art ihre Zellteilung und ihr Wachstum beobachten.

Hatten unsere Vorfahren noch ein „Spezialwissen“, wann und wie ein Baum sich eignet gefällt zu werden um ein Haus zu tragen, sodass er auch nach mehreren hundert Jahren noch diese Aufgabe beständig erfüllen kann, ohne zu verwittern oder von Fäulnis und Schädlingen befallen zu werden, so haben wir heute dafür andere Verfahren, Lacke, Imprägnierungen und viele neue Werkstoffe, um dies zu bewerkstelligen.

Dieses „alte Wissen“ jedoch war Teil der Menschen, ihrer Erfahrungen, aber auch ihrer intensiven Verbundenheit zur Natur. Die sorgfältige Auswahl des Holzes je nach dem Zweck seiner weiteren Verwendung, der richtige Zeitpunkt der Schlägerung bezogen auf Jahreszeit, Mond- und Sternenkonstellation, die Dauer der Trocknung und schließlich die sachgerechte Weiterbearbeitung waren entscheidend für die Qualität, Haltbarkeit und Resistenz des verwendeten Holzes und somit für die Erfüllung seiner Aufgabe.

Man könnte meinen, früher war noch mehr Zeit und Geduld in den Menschen als heute in unserem hektischen Computerzeitalter. Aber es hat auch etwas mit der Wertschätzung zu tun, mit dem Umgang der Ressourcen der Natur und einem guten Gespür, einer Sensitivität für die „inneren Strukturen und Zusammenhänge“ eines lebenden Werkstoffs.

So gibt es heute noch genügend Zeugnisse wahrer, einfühlsamer Meisterarbeit vergangener Jahrhunderte, auch im Bereich der Musikinstrumente. Vor allem unter alten Saiteninstrumenten, bei denen gerade deren Qualität und Klangentfaltung nach wie vor unübertroffen sind, trotz modernster Technik.

Aber auch unter Holzblasinstrumenten lassen sich bestimmt Beispiele finden, hätte hier nicht eine wertvolle Weiterentwicklung und Modernisierung des Klappenmechanismus und der Intonation stattgefunden, die diese „alten Instrumente“ heute nur noch historisch machen.

Ein Meisterinstrument hat Kraft und Wirkung - es hat sein eigenes Bewusstsein

Jeder Tischler kennt den Umstand, dass Holz sein Eigenleben hat und in seiner Verarbeitung auch eigenwillig sein kann. Nicht jedes Werkstück lässt sich problemlos bearbeiten. Sprünge und Risse, sowie Bewegungen und Spannungen innerhalb des Holzes sind keine Seltenheit.

Bei Musikinstrumenten kommt noch erschwerend hinzu, dass trotz perfekter Verarbeitung das Holz anschließend auch noch harmonisch schwingen und klingen soll!

Niemand baut eine Klarinette nur zum Anschauen. Die Kriterien - ein Klangideal zu verkörpern, ausgeglichen in allen Registern zu schwingen, stabil und beständig einen Musiker in seinem feinfühligen Empfinden zu unterstützen - um nur einige zu nennen, sind besondere Herausforderungen und Merkmale, die ein wahres Meisterinstrument von einem gewöhnlichen Serieninstrument in hohem Maße unterscheiden.
Zwar mag ein Durchschnittsinstrument durchaus qualitativ hochwertig und auch teuer sein, aber es ist eben gewöhnlich, d.h. man muss sich als Musiker erst einmal daran gewöhnen!

Ein Meisterinstrument hat eine Seele, es überzeugt immer als Ganzes!

Bereits beim ersten in die Hand nehmen und zum Körper führen bis hin zum ersten Ton zeigt es sein Strahlen und sein Wachstumspotenzial. Es lässt in dieser Wirkung niemals nach, sondern vervollkommnet sie noch, vorausgesetzt der Musiker ist auch bereit mit ihm in Wechselwirkung zu treten, und umgekehrt.

Ein erlesenes Meisterinstrument vereinigt in sich die Kraft und die Überzeugung des Baumes, von dem es kommt. Es lässt die Sorgfalt und die Liebe des Meisters erkennen, der es geformt hat, und schon nach kurzer Zeit kann es ganz zu einer Einheit mit dem Künstler verschmelzen, der es in Schwingung versetzt.

So wie jeder Baum hat auch ein fertiges Instrument sein eigenes Bewusstsein und es kann und möchte sich daher ebenso in seinem Dasein verwirklichen, wie alles und jedes - eine Klarinette kann beispielsweise tausende und abertausende Zuhörer im Laufe der Zeit in angenehme Schwingung versetzen, sie im Herzen berühren, sie begeistern, sie verführen und sie gleichzeitig zu Tränen rühren.
Für manchen Zuhörer kann ein gelungenes Konzertstück ein derart ergreifendes Erlebnis sein, dass er es eindrucksvoll in ewiger Erinnerung behält.

Welche Erfüllung, für ein Stück Holz, dies den Menschen zu ermöglichen!

Die sorgfältige Auswahl der Klanghölzer

Nun ist aber nicht jedes Holz dieser Aufgabe gewachsen.

Auch wir Menschen sind nicht alle dazu da, Orchestermusiker, Herzchirurgen, oder Spitzenpolitiker zu sein. Nicht für jeden ist dies erstrebenswert, nicht jeder hat die inneren Anlagen dazu und vor allem das besondere Rüstzeug, diese Aufgabe über Jahre hindurch mit Bravur und ohne gesundheitliche Schäden zu meistern.

So ist es auch mit Hölzern. Nicht jedes Holz freut sich automatisch Klarinette zu werden.
Auch als Schachfigur auf einem edlen Schachbrett eines leidenschaftlichen Schachprofis könnte es sein Dasein als Edelholz voll erfüllen, wenn es sich beispielsweise als Klangholz überfordert fühlt!

Die sorgfältige Auswahl der Hölzer für ein Meisterinstrument ist enorm entscheidend für die weitere Verarbeitung zu einem Spitzeninstrument, um höchsten musikalischen Ansprüchen gerecht zu werden.
Da das für den Klarinettenbau etablierte Grenadill-Holz hauptsächlich in Ostafrika wächst, kann auf die Auswahl der Bäume, sowie Zeitpunkt der Schlägerung vor Ort kein Einfluss genommen werden. Sehr wohl wird aber ein geeigneter Wuchs, eine feine Maserung, sowie die Reife und der Feuchtigkeitsgehalt des Holzes bereits beim Kauf berücksichtigt.

Nun kann aber dadurch nur eine grobe Selektion erreicht werden.
Man kann auch nicht auf Grund von äußeren Merkmalen und vielleicht ein paar speziellen Tests einen Menschen restlos einer bestimmten Eignung zuordnen. Nach dem Motto: „Na der Kurti wird einmal Trompeter, der schaut schon so aus!“
Wesentlich ist das „Innenleben“ des Einzelnen, die Ausrichtung seiner inneren Kraft, die Aufgabe, die sein Dasein erfüllt - eben, die Aufgabe, der er und für die er gewachsen ist.

Sensitive Selektion, Energetisierung und Zusammenführung von Klanghölzern

Nun ist es hinlänglich bekannt, dass Menschen mit sensitiven Begabungen Erdenergien erspüren, Wasseradern erfühlen oder Orte mit starker energetischer Kraft finden. Ebenso kennt man besonders hellfühlige Menschen, die einen Zugang zu höheren Bewusstseinsebenen haben oder einfach nur gut geschulte Feinsinne im Umgang mit Pflanzen oder Tieren.

Wenn ein Baum zweifellos Bescheid weiß, über die Vögel und Insekten, die mit ihm Leben, über die Erdenergien, mit denen er verwurzelt ist, und - um beim Beispiel der „Dorflinde“ zu bleiben - über Jahrhunderte hindurch das Treiben und die Geschicke der Menschen in diesem Dorf durch Generationen hindurch wahrnehmen kann, so weiß er auch Bescheid über seinen Flüssigkeitshaushalt, über seine innere Kraft und seine Fähigkeiten.
Er kann nur nicht sprechen, wie wir Menschen, aber die Information ist da.

Manche Menschen können diese Energien erfühlen und je nach ihrer Begabung und Sensibilisierung auch mit anderen Lebensformen stärker oder klarer in Kontakt treten.
Auf diese Weise kann man auch Klanghölzer wahrnehmen, ihre innere Bestimmung besser erfühlen und sie sensitiv nach Kriterien einteilen.

Welches Holz „fühlt sich geeignet an“ überhaupt ein Instrument zu werden, braucht es für sich noch Ruhe und Lagerung, oder lässt es bereits problemlos eine Verarbeitung zu?
Fühlt es sich der Aufgabe gewachsen, ein solistisches Spitzeninstrument zu werden, oder ist es eher passiv in seinem Klangverhalten eingestellt und freut sich mehr darauf, als geliebtes Musikinstrument für einen begeisterten Blasmusiker nicht voll im Rampenlicht stehen zu müssen?

Fühlt es sich eher als Oberteil einer Klarinette für die hohen Schwingungen des Instruments zuständig, oder besser als Unterteil, um tiefe Schwingungen zu unterstützen?
Welcher Oberteil verträgt sich am besten mit welchem Unterteil, um als eine Einheit später ein ganz ausgeglichenes Spielverhalten durch alle Register hindurch zu gewährleisten?
Wo verträgt es die Bohrungen der Tonlöcher am besten, sodass sich einerseits der Klang optimal entfalten kann und andererseits keine inneren Spannungen oder Risse entstehen?

Diese Wertschätzung der inneren Kraft der Hölzer und das feinfühlige, energetische Umgehen mit ihnen kann durchaus als „altes Wissen“ oder sensitive Verbundenheit zu den Kräften der Natur verstanden werden.
Anders als beim Menschen existiert das Bewusstsein von Pflanzen schon einige Millionen Jahre länger. Daher kann man auch den „Aussagen solcher Hölzer“ einen hohen Grad an Selbsteinschätzung zuordnen.

Weiters erfreuen sich selektierte Hölzer, die bereits zur weiteren Verarbeitung als Klarinetten bestimmt sind, auch immer einer Energetisierung, ganz ähnlich der Energetisierung oder Belebung von Wasser.

Tatsache und mittlerweile wissenschaftlich unbestritten ist, dass Wassermoleküle durch ihre besondere Eigenschaft der Wasserstoffbrückenbindungen immer wieder neue Strukturen eingehen können. Somit lässt sich auf Wasser eine Information übertragen.
Ein mit klassischer Musik beschalltes Wasser bildet andere Strukturen als beispielsweise Wasser, das permanent Straßenbahnlärm ausgesetzt ist.
Auch im Holz einer Klarinette befindet sich noch genügend Restfeuchtigkeit.
So lässt sich auch Holz beschallen und die inneren Strukturen bilden sich bereits vor der Fertigstellung des Instrumentes nach Klangbildern aus, ein großer Vorteil.
Solch eine eingeschwungene Klarinette „erinnert“ sich bereits beim ersten Anblasen an harmonische Musik und lässt sich daher viel leichter ausstimmen und einspielen.

Selbst auf energetische Bedingungen von Personen lassen sich Hölzer aussuchen und einstimmen, auch wenn sie dazu persönlich niemals anwesend sind.

Manch ein Musiker hat eher eine robuste Klangvorstellung und bevorzugt gerne einen natürlichen Widerstand im Spielverhalten seiner Klarinette. Andere wiederum möchten gemäß ihrer Natur eine ganz leicht gängige Ansprache ihres Instrumentes.

Einem hellfühlig-sensitiven Menschen ist es durchaus möglich die Auswahl des richtigen Klarinettenholzes gleich mit der Eigenschwingung der betreffenden Person in Einklang zu bringen. Möglich ist dies durch die Absicht des Käufers ein für sich bestmögliches Instrument zu erwerben. Wer sich nach reifer Überlegung dazu entscheidet, eine neue Klarinette zu kaufen und bereit ist, dafür mehrere tausend Euro auszugeben, sendet eine innere Absicht, eine Energie aus.
Diese Bereitschaft kann man nützen und unabhängig von Zeit und Raum eine Übereinstimmung herstellen. Das Bewusstsein des Käufers wird diese Energiearbeit begrüßen und unterstützen, egal, wo er sich gerade befindet, es möchte ja ebenso für sich das bestmögliche Instrument bekommen.
Spätestens seit den neuesten Entdeckungen der Quantenphysik weiß auch die moderne Naturwissenschaft, dass es möglich ist, Dinge jenseits jeder Kausalität zu verschränken.

Durchaus lassen sich auch noch andere positive Einflüsse auf Klang- und Spielverhalten eines Instrumentes durch Energiearbeit nehmen.

Die Verbindung von altem Wissen und neuester Technik
als Weiterentwicklung im 21. Jahrhundert

Das Wissen der „alten Meister“, ihre feinfühlige Verbundenheit zu ihren Werkstoffen und der bewusste Umgang mit dem Naturprodukt Holz muss durchaus nicht der Vergangenheit angehören. Vielmehr gilt es diese Bereiche des „alten Wissens“ der Bearbeitung wieder zu sensibilisieren und mit den Errungenschaften der modernen Zeit zu kombinieren.

Die Firma Gerold legt in ihrer Herstellung von Meisterinstrumenten daher größten Wert auf beide Wissenszweige, der sensitiven Auswahl an Klanghölzern nach höheren Prinzipien des Zusammenspiels der Naturkräfte einerseits und der computergesteuerten, präzisen Fertigung gemäß dem Fortschritt der bestmöglichen Technologien des 21. Jahrhunderts andererseits.
Die Ergebnisse dieser Synthese sprechen für sich.

Diese zukunftsweisende Verbindung gewährleistet Klarinettenprodukte, die aus sich heraus eine innere Bereitschaft haben, sich den größten Anforderungen der Musik zu stellen, sich mit dem Künstler und mit seiner Musik permanent weiter zu entwickeln, um gleichzeitig die höchsten Qualitätskriterien in Verarbeitung und Beschaffenheit zu erfüllen.

Schlussbemerkung

Die Möglichkeiten der Erfüllung des Daseins eines Baumes sind so vielfältig und reichhaltig wie für uns Menschen. Für alles und jedes im Universum gelten aber immer zwei Prinzipien.

Liebe und Richtung

Die Liebe und Wertschätzung desjenigen, der einen Baum fällt, um ihn für eine andere Aufgabe, einem weiteren Zweck zuzuführen.
Die Verbundenheit und Feinfühligkeit dem lebenden Werkstoff gegenüber, es für eine weitere Aufgabe in eine Richtung zu bringen, der es auch wirklich gewachsen ist.
Die Liebe und Sorgfalt des Meisters bei der Verarbeitung nach bestem Wissen und sein Bestreben, seine innere Richtung, daraus ein vollkommenes Produkt zu formen.

Die Liebe des Musikers mit dem Klang seines Instrumentes die Welt in Schwingung zu versetzten und seine Richtung mit dem Ausdruck der Musik viele Menschen tief in ihrer Seele zu berühren.

Erfährt etwas nur Liebe, doch bekommt es keine Richtung, so weiß niemand etwas davon, es berührt kaum die Welt.
Hat etwas zwar Richtung und erfüllt dadurch weltweit einen Zweck, doch wird es nicht geliebt, so lebt es nicht.

Liebe und Richtung hört man.

Diese Töne verklingen nie.